In Langzeitbeziehungen besteht stets die Herausforderung, Vertrautheit nicht zu Langeweile werden zu lassen. Eine Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen beziehungsbezogener Langeweile und gemeinsamen, aufregenden Aktivitäten sowie Leidenschaft. Dafür wurden Langzeit-Paare über 3 Wochen täglich dazu befragt, wie viel Langweile und Leidenschaft sie an diesem Tag erlebt hatten sowie, ob sie eine aufregende Paaraktivität durchgeführt hatten. Diese Aktivitäten wurden definiert als Erlebnisse, die ein Gefühl der Aufregung, eine Erweiterung des Selbstbildes und/oder ein erweitertes Bewusstsein oder Wissen über sich selbst und die Welt auslösen.

Auch wenn es mittlerweile schon vielen bekannt ist, kann man es nicht oft genug sagen: Guter Sex braucht Kommunikation. 

Eine große Meta-Analyse von 48 Studien zeigt deutlich, dass mehr sexuelle Kommunikation mit besseren Werten bei allen Aspekten sexuellen Erlebens (z. B. Begehren, Erregung, Orgasmus) einhergeht. 

In einer weiteren Studie untersuchten Forscherinnen gezielt die verbale und nonverbale Kommunikation während des Sex (im Gegensatz zu davor oder danach). Erfasst wurde dabei die eigene Kommunikation sowie die der Partner*innen. Sowohl die weiblichen als auch die männlichen Teilnehmenden gaben an, Sex als befriedigender und erfüllender zu empfinden, je höher das Maß der Kommunikation währenddessen war. 

In allen romantischen Beziehungen finden im Alltag kleine und große Opfer statt, bei denen Partner*innen etwas tun, was ihren eigenen Präferenzen eigentlich nicht entspricht.

In zwei Studien zeigte sich allerdings, dass nur etwa 50 % dieser Opfer tatsächlich von der anderen Person gesehen bzw. wahrgenommen werden. Teilnehmende bemerkten bei der Hälfte der Fälle also nicht, dass ihre Partner*innen ihnen zuliebe eine eigene Präferenz aufgaben. Allerdings nahmen Teilnehmende auch regelmäßig Opfer wahr, wo – laut ihrer Partner*innen – gar keine stattgefunden hatten. Das (Nicht-)Erkennen von Opfern hatte eine Auswirkung auf die Dankbarkeit und Zufriedenheit innerhalb des Paares. 

Die Erfahrungen unsere Kindheit prägen unsere Konzepte und Vorstellungen von der Welt. In zwei Studien konnte gezeigt werden, dass sich durch negative familiäre Beziehungserfahrungen oft negative Glaubenssätze bezüglich romantischer Beziehungen entwickeln. Diese Glaubenssätze wiederum können noch viele Jahre später die Beziehungsqualität von Menschen beeinträchtigen.

Die Forscherinnen fanden heraus, dass Menschen, die in Familien mit dysfunktionalen Beziehungsmustern groß wurden, häufiger pessimistische Glaubenssätze bezüglich der Beständigkeit von romantischen Beziehungen hatten.

Damit Beziehungen langfristig halten, brauchen sie konstante Pflege. Zwei Studien zeigen, dass Gefühle von leidenschaftlicher Liebe zu mehr beziehungsförderndem Verhalten führen. Das Konzept der leidenschaftlichen Liebe ist gekennzeichnet durch ein intensives Verlangen danach, dem*der geliebten Partner*in physisch und psychisch nahe zu sein.

Mehrere hundert Paare wurden dafür über zwei Wochen jeden Tag befragt. Je mehr sich die Teilnehmenden körperlich und psychisch zu ihren Partner*innen hingezogen fühlten, umso häufiger gaben sie an, ihren Partner*innen geholfen, ihnen Zuneigung und Aufmerksamkeit gezeigt, oder ihnen zuliebe auf etwas verzichtet zu haben. All das sind Akte der Beziehungspflege. 

Körperliche Berührungen haben einen großen Einfluss auf das menschliche Wohlbefinden. Um diese Effekte im Alltag zu untersuchen, wurden in einer Studie romantische Paare gebeten, eine Woche lang viermal am Tag ihre Stimmung, ihre responsiven Berührungen und ihr Level an Intimität zu berichten.

Responsive Berührung beschreibt körperliche Kontakte, die als wohlwollende Reaktion auf emotionale Zustände der anderen Person geschehen. Diese Art der Berührung drückt nonverbal Zuneigung, Fürsorge und Anteilnahme aus. Intimität wurde hier definiert als sich bei seinen Partner*innen nah, sicher, umsorgt und verstanden fühlen. 

Wenn es in Beziehungen zu Verletzungen gekommen ist, braucht es Prozesse von  Vergebung und Versöhnung.   

Eine Studie zeigte, dass Personen, die sich nach einer verletzenden Handlung gegen ihre*n Partner*in selbst vergeben können, eine höhere Beziehungszufriedenheit aufweisen als jene, die das nicht tun. Wichtiges Detail: In der Studie wurden nur jene Menschen betrachtet, die Verantwortung für ihre Tat übernommen hatten. 

Denn laut der Forscher*innen geht es bei echter Selbstvergebung nicht um eine Rechtfertigung oder ein Ablehnen von Verantwortung. Vielmehr beinhaltet Selbstvergebung ein ehrliches Anerkennen des Schadens bei gleichzeitigem Wohlwollen und Mitgefühl sich selbst gegenüber.

Gefühle zu regulieren (Achtung: nicht kontrollieren!) ist eine wichtige Fähigkeit. Menschen nutzen hierfür unterschiedliche Strategien, wie beispielsweise Unterdrückung, kognitive Neubewertung, oder Achtsamkeit. 

Eine Studie hat Personen über einen Zeitraum von 21 Tagen täglich zu ihren Gefühlen und ihrer Art der Emotionsregulation befragt. Diejenigen, die ihren Emotionen mit Achtsamkeit begegneten, erlebten signifikant mehr positive und weniger negative Gefühle. Achtsam meint hier, dass die Person präsent ist im Hier und Jetzt, Bewusstsein zeigt für Veränderungen ihres emotionalen Zustands, sowie ihre Gefühle wahrnehmen kann, ohne sie verurteilen oder ändern zu wollen. 

Die Forschung zeigt immer wieder, dass ungleiches sexuelles Begehren eines der häufigsten Konfliktthemen in Langzeitbeziehungen ist. Häufig wird dann darauf fokussiert, wie es gelingen kann, diese Diskrepanz auszugleichen. Mindestens genauso wichtig ist jedoch, zu lernen, sie auf gesunde Weise auszuhalten. Aktuelle Studien zeigen, dass die Art der sexuellen Zurückweisung entscheidend für ihre Auswirkungen auf die Beziehung ist. 

Angesichts eines Nein zum Sex, erlebten die zurückgewiesenen Partner*innen eine deutlich höhere sexuelle und Beziehungszufriedenheit, wenn die Ablehnung mit Rückversicherung und Zuwendung verbunden war.

Kommt es in romantischen Beziehungen zu Konfliktsituationen, fühlen Menschen sich schnell verletzlich. Diese emotionale Bedrohung kann dazu führen, dass sie versuchen, ihre Gefühle zu unterdrücken und sie ihrem*ihrer Partner*in nicht zu zeigen. 

Studien zeigen allerdings, dass diese sogenannte „expressive Unterdrückung“ eine effektive Konfliktlösung erschwert. Paare, die versuchten, ihre Emotionen während eines Konflikts nicht zu zeigen, hatte eine niedrigere Wahrscheinlichkeit ihren Konflikt zu lösen.

Häufig liegt der Fokus von Coaching und Beratung auf negativen Spiralen und Beziehungsdynamiken. Jedoch zeigt die Forschung: Es gibt durchaus auch positive Kreisläufe.

Dankbarkeit und Wertschätzung sind beispielsweise Auslöser einer solchen Aufwärtsspirale. Über mehrere Studien hinweg konnte gezeigt werden: Je mehr sich romantische Partner*innen wertgeschätzt fühlten, umso mehr spürten sie selbst Wertschätzung für ihre Partner*innen. Personen, die viel Dankbarkeit und Wertschätzung für ihre Partner*innen empfanden, zeigten wiederum mehr Commitment und wurden bei Paar-Interaktionen von externen Beobachtenden als zugewandter und engagierter beschrieben.

Die Fähigkeit, unsere Gefühle zu erkennen und zu benennen, ist extrem wichtig für die Emotionsregulation. Sie hilft uns dabei, uns selbst zu beruhigen und vor unseren Emotionen weder zu fliehen noch uns in ihnen zu verlieren. 

Eine Studie lässt vermuten, dass unsere romantischen Partner*innen bei diesem Prozess sehr hilfreich sein können. Für die Studie wurde jeweils ein Teil des Paares in eine emotional aufwühlenden Situation gebracht. Anschließend sollte diese Testperson entweder selbst ihr Gefühl benennen, oder ihr*e Partner*in sollte ein Gefühl auswählen, von dem er*sie glaubten, die Testperson spüre es gerade.

In den meisten Langzeitbeziehungen lässt das sexuelle Verlangen irgendwann nach. Für die Beziehungsqualität ist sexuelle Zufriedenheit jedoch ein wichtiger Faktor. Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass die sogenannte Selbsterweiterung (self-expansion) einen großen Beitrag zum Erhalt des sexuellen Begehrens innerhalb einer Langzeitbeziehung leisten kann. 

Die Theorie der Selbsterweiterung geht davon aus, dass Menschen einen innerlichen Drang nach Wachstum haben. Sie streben danach, neue Erfahrungen zu machen, mehr Fähigkeiten und Wissen zu erlangen, und ihr Verständnis von sich und der Welt zu erweitern.

Eine nicht-monogame Beziehung zu führen, kann viele unterschiedliche Formen annehmen. Spielarten der sogenannten “Consensual non-monogamy” (konsensuelle Nicht-Monogamie) sind beispielsweise offene Beziehungen, Swinging oder Polyamorie. 

In der Vergangenheit haben einige Studien ergeben, dass offene Beziehungen – die hier definiert wurden als Paarbeziehung, bei denen es kurzfristige sexuelle (aber nicht emotionale) Außenkontakte gibt – im Vergleich zu Swinging und Polyamorie eine niedrigere Beziehungsqualität aufweisen. 

Doch der Schein trügt: Wahrscheinlich macht nicht der Beziehungsstil an sich den Unterschied. Denn Forscherinnen fanden heraus, dass andere Faktoren die niedrigere Zufriedenheit und das schwächere Vertrauen erklären könnten.

Menschen, die ein ängstlich-ambivalentes Bindungsmuster zeigen, sind besonders anfällig für Gefühle von Eifersucht in ihren Beziehungen. Laut der sogenannten Bindungstheorie fällt das ängstlich-ambivalente Muster in die Kategorie der “unsicheren” Bindungsstile. Menschen mit diesem Bindungsstil haben in der Kindheit ihre Bezugspersonen als unzuverlässig und unvorhersehbar erlebt. Dadurch kommen bei ihnen Verlustängste besonders schnell hoch und sie fühlen sich häufig emotional abhängig von ihren Partner*innen. 

Partner*innen, die mehr Selbstmitgefühl zeigen, benutzen häufiger funktionale Konfliktlösungsstrategien und sind zufriedener in ihren Beziehungen.

Selbstmitgefühl (self-compassion) zeichnet sich aus durch eine nicht-urteilende, verständnisvolle und liebevolle Haltung gegenüber sich selbst im Angesicht schwieriger Situationen. Personen mit einem hohen Maß an Selbstmitgefühl betrachten Schwierigkeiten als Teil des Menschseins und geben ihren Gefühlen achtsam Raum, ohne sich von ihnen überwältigen zu lassen.

Wie findet und bewahrt man s•xuelle Zufriedenheit in einer Beziehung? Menschen haben dazu verschiedene Grundüberzeugungen, die sich direkt auf ihre Beziehung und S•xualität auswirken. Diejenigen, deren Vorstellungen eher auf „s•xuelles Wachstum“ ausgerichtet sind, zeigten sich in Studien zufriedener mit ihrer Beziehung als jene, die stärker an „s•xuelles Schicksal“ glauben. 

„S•xuelles Wachstum“ meint hierbei den Glaubenssatz, dass eine erfüllende Paarsexualität Arbeit und Einsatz braucht, und dass s•xuelle Probleme lösbar sind. Kurz: Schlechter S•x heißt, dass wir daran arbeiten müssen. 

Was ist für euch der Ursprung romantischer Leidenschaft? Nehmt euch einen Moment um zu überlegen, woher dieses tiefe, mächtige, schöne, ergreifende und für manche auch flüchtige, sehnsüchtig gesuchte Gefühl kommt. Und vermutlich werdet ihr mit eurer Antwort, mit eurer Wahrheit etwas über euch entdecken, etwas ganz persönliches.

Die Wissenschaft kann euch dabei nämlich keine große Hilfe sein. Oder vielmehr, sie kann euch helfen bei der Suche, was sich für euch stimmig anfühlt. Aber eine einheitliche Definition, geschweige denn einen Konsens sucht man in der Forschung vergeblich. Es gibt nicht weniger als vier Theorien, welche romantische Leidenschaft zu erklären versuchen.

Viele Menschen glauben, dass es ein besonders stabiles Selbstbewusstsein braucht, um nicht-monogame Beziehungen zu führen. Vor allem, wenn sie anfangen ihre Beziehung zu öffnen, erleben viele Paare einen wahren Sturm an Gefühlen, der schnell überwältigend sein und in eine handfeste Krise führen kann.

Die Bindungstheorie (englisch: attachment theory) bietet einen theoretischen Rahmen, um zu erkennen, worin die besonderen Herausforderungen für viele Liebende liegen können. Dieser Theorie zufolge ist nur ein vergleichsweise kleinerer Teil der Menschen “sicher gebunden” und hat in der Kindheit nährende, erfüllende, sichere Bindungserfahrungen gemacht.

Das Timing ist ein wesentliches Element dafür, ob Paarberatung funktioniert. Leider warten die meisten Paare viel zu lange, bevor sie sich Unterstützung bei der Lösung ihrer Beziehungsprobleme holen. Wenn es dann soweit ist, ist es nicht unüblich, dass ein Partner innerlich die Beziehung bereits aufgegeben hat und die Therapie dafür nutzt, es seinem Gegenüber mitzuteilen.

Laut dem Beziehungsexperten Dr. John Gottman sind es durchschnittlich sechs Jahre bevor Paare Hilfe in Anspruch nehmen. In anderen Worten bedeutet das, dass Paare sechs Jahre “Zeit haben”, um gegenseitige Ressentiments aufzubauen und für die Beziehung schädliche Dynamiken zu entwickeln bevor sie endlich mit der wichtigen Arbeit beginnen ihre Differenzen auf effektive Weise zu lösen. 

Der Frage, was eigentlich eine ungewöhnliche sexuelle Fantasie ausmacht, sind bereits 2014 Wissenschaftler*innen um Christian Joyal nachgegangen. In einer Studie mit über 1.500 Erwachsenen haben sie eine Liste von 55 unterschiedlichen Fantasien vorgelegt. Die Teilnehmenden baten sie, solche Phantasien anzukreuzen, die sie selber haben, und bei Bedarf noch eigene hinzuzufügen.  

Das Ergebnis der Untersuchung: Gerade einmal 5 sexuelle Fantasien sind “typisch”, das heißt sie werden von mehr als 84,1% der Befragten geteilt. Mit 30 Fantasien sind die meisten “gewöhnlich”, wurden also von mindestens 50% aller Teilnehmenden genannt. Und nur 2 sind “selten” und werden damit von weniger aus 2,3% der Bevölkerung geteilt. 

In einem groß angelegten Review hat die American Psychological Association starke Belege dafür gesammelt, dass die Beziehungsqualität zwischen Therapeut*innen und Klient*innen ein bedeutender Faktor für den Erfolg einer Therapie ist. Für andere Formen von Beratungen und Coachings dürfte dies ähnlich sein.

Als eindeutig hilfreich ergab das Review beispielsweise, gemeinsam das Ziel einer Beratung zu formulieren und gemeinschaftlich zu verfolgen. Eine empathische Grundhaltung der Coaches, klare und stärkende Botschaften sowie Offenheit für Feedback sind weitere Faktoren, die in Studien als besonders wichtig erkannt wurden und die wir bei Couple Care pflegen. Wir bauen wir auf eine stabile wie berührbare Beziehung mit unseren Klient*innen. Zusammen mit dem über viele Jahre erprobten und verfeinerten Konzept schaffen wir damit den Raum, in dem Paare sich neu finden und begegnen können.

Quelle: https://www.apa.org/monitor/2019/11/ce-corner-relationships#

Ein 2021 veröffentlichtes Meta-Review fasst die Erkenntnisse über neun Studien mit insgesamt über 2.000 Paaren zusammen. Bereits länger ist bekannt, dass Online-Programme ebenso wirksam sein können wie klassische Paarberatung vor Ort. Die vorliegende Meta-Studie bestätigt den positiven Effekt von Paarberatung über das Internet. Sie zeigt auf, dass sowohl die Zufriedenheit innerhalb der Beziehung als auch das individuelle Wohlbefinden steigern können.  

Bei Couple Care setzen wir auf einen Methodenmix aus individueller Begleitung mit persönlichen Coaches, die unseren Paare an die Seite gestellt bekommen, einem Online-Kurs, der zusätzliche Inhalte und Tools vermittelt, und Gruppen-Calls, in denen sich Paare unter erfahrener Anleitung miteinander austauschen können.

Quelle: Allison Megale, Emily Peterson, Myrna L. Friedlander: How Effective is Online Couple Relationship Education? A Systematic Meta-Content Review. Contemporary Family Therapy (2021). DOI: 10.1007/s10591-021-09585-7.